Was Sie sonst noch tun können – Vorsorgemaßnahmen

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit wirft viele Fragen auf. Was passiert später einmal mit dem eigenen Vermächtnis? Was, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, ein Unfall oder eine Krankheit? Wer ist dann für mich da? Wer trifft die Entscheidungen, wenn ich es nicht mehr kann? Auch wenn es sich dabei um Fragen handelt, die womöglich niemals beantwortet werden müssen, sorgt es für ein gutes Gefühl, jene Antworten trotzdem parat zu haben. So haben Sie die Sicherheit, dass auch im Notfall die richtigen Entscheidungen getroffen werden – und dass niemand anderes diese Fragen an Ihrer Stelle beantworten muss. Das geht zum Beispiel mit den folgenden Vorsorgemaßnahmen:

Patientenverfügung

In ihr ist schriftlich festgehalten, welche medizinischen Maßnahmen getroffen werden sollen, falls Sie aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls einmal nicht mehr Ihren Willen äußern können. Sie verhindert auch jene tragischen Momente, in denen Angehörige entscheiden müssen, ob und wann lebenserhaltende Maßnahmen gestoppt werden.

Umfassende Infos zur Patientenverfügung finden Sie in der folgenden Broschüre vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz:

Broschüre Patientenverfügung

Vorsorgeverfügung/Generalvollmacht

Mit der Vorsorgeverfügung bestimmen Sie eine Person Ihres Vertrauens, die im Notfall dazu befugt ist, Entscheidungen in Ihrem Sinne zu treffen – was empfehlenswert ist, da sonst ein amtlicher Betreuer bestellt werden könnte. Dies geht auch über eine sogenannte Generalvollmacht, die zur Stellvertretung in sämtlichen rechtlichen Fragen ermächtigt.

Testament

Ein Testament ist immer dann sinnvoll, wenn Sie persönliche Wünsche zu Ihrem Erbe haben, die über die gesetzliche Verteilung hinausgehen – also im Grunde sobald Sie eine Person besonders berücksichtigen möchten oder wenn eine Person außerhalb der vorgesehenen Erbfolge bedacht werden soll. Gerade bei detaillierten Vorstellungen – beispielsweise wenn jemandem ein besonderer Gegenstand vererbt werden soll oder wenn an das Erbe eines Hauses bestimmte Bedingungen geknüpft sind – empfiehlt sich der Weg über einen Notar, damit alles rechtlich einwandfrei formuliert ist.

Prinzipiell können Sie Ihren Letzten Willen aber auch eigenständig verfassen. Wichtig ist dabei, dass das Testament handgeschrieben und (am besten auf jeder Seite) mit Ihrem vollständigen Namen sowie Datum und Unterschrift versehen ist. Und natürlich sollte es an einem sicheren Ort aufbewahrt werden – indem Sie es z. B. beim Amtsgericht oder bei den Erben hinterlegen.

Wenn Sie Fragen zum Testament oder zum Erbrecht haben, konsultieren Sie bitte einen fachkundigen Rechtsanwalt oder Notar. Laut geltendem Gesetz dürfen wir Sie in dieser Hinsicht nicht beraten. Umfassende Infos finden Sie außerdem in der folgenden Broschüre vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz:

Broschüre Erben und Vererben

Organspendeausweis

Mit dem Organspendeausweis zeigen Sie Ihr Einverständnis, dass im Falle eines Hirntods Organe oder Gewebe aus Ihrem Körper entnommen werden, um anderen Menschen durch eine Transplantation das Leben zu retten und/oder maßgeblich zu erleichtern. Die Bereitschaft zur Organspende ist ein wichtiges Zeichen der Menschlichkeit, ohne sie würde unser Gesundheitssystem nicht funktionieren. Auf der anderen Seite sollten Sie einen Organspendeausweis natürlich nur dann ausfüllen, wenn es sich für Sie richtig anfühlt.

Den Organspendeausweis bekommen Sie bei vielen Ärzten, in Apotheken, bei öffentlichen Stellen und natürlich bei uns. Unter dem folgenden Link können Sie ihn auch bequem herunterladen und ausdrucken:

Organspendeausweis der BZgA

Den Ausweis und die darauf festgelegten Entscheidungen haben nur Sie selbst. Er wird nirgends offiziell erfasst, sondern ist nur dann maßgeblich, wenn er im Notfall bei Ihnen gefunden wurde. Sie können ihn also jederzeit abändern oder widerrufen.

Die vielen „Kleinigkeiten“

Neben den bereits beschriebenen Vorsorgemöglichkeiten gibt es noch die vielen „kleinen“ Dinge, die im Rahmen der Vorsorge häufig nicht bedacht werden. Machen Sie sich zum Beispiel Gedanken darüber, wer später einmal die Wohnungsauflösung übernimmt und wer aus dem Verwandtschafts- oder Freundeskreis sich im Fall der Fälle um die Katzen oder den Hund kümmern kann. Ebenso ist es sinnvoll, Ihre Online-Aktivitäten so zu ordnen, dass nicht etwa Aktiendepots oder andere Vermögenswerte später übersehen werden können. Mehr dazu finden Sie unter digitaler Nachlass.

Zu unserer Beratung im Rahmen der Bestattungsvorsorge gehört auch, dass wir Sie auf diese kleinen Dinge hinweisen und Ihnen entsprechende Hilfestellung bieten. Scheuen Sie sich bitte nicht, uns anzusprechen, wenn Sie konkrete Fragen haben. Eine kleine Checkliste hilft Ihnen dabei, erste Wünsche zu formulieren.